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Ernährungsalternativen für Kinder

NaschkatzeObst! Igitt? – oder wie man sein Kind an natürliche Süße gewöhnt.

Wer kennt das nicht? Ein quengelndes Kind beim Einkauf und ein kunterbuntes, meterlanges Süßigkeitenregal. Der Einkaufs-Stressfaktor Nr. 1 für alle Eltern. Doch es lohnt sich die Finger von diesen süßen Leckereien zu lassen, denn in Bonbons, Schoko und Co stecken längst nicht so viele wertvolle Inhaltsstoffe wie uns das die perfekten Mütter in der Fernsehwerbung glauben lassen wollen.

An folgendes sollten Sie denken, wenn Sie wieder einmal Ihrem Kind das Leckerli verweigern wollen:
1) Die Grundmasse für Bonbons besteht aus Glucose, ein Einfachzucker. Diese Substanz liefert Ihrem Kind zwar Kalorien, aber keinerlei wichtige Nährstoffe. Man spricht dann von sogenannten leeren Kalorien. Um die Bonbons attraktiv zu gestalten, werden sie aromatisiert, eingefärbt und häufig mit Vitaminen versetzt damit zumindest ein Argument für die Werbung übrig bleibt. Die Auswahl der Vitamine ist dabei meist willkürlich, die Menge unklar und die Sinnhaftigkeit mehr als anzuzweifeln. Zuckerfreie Bonbons werden aus Zuckeraustauschstoffen hergestellt, die bei übermäßigem Verzehr blähend und abführend wirken – also ebenfalls nicht zu empfehlen.

2) Schokolade enthält ebenfalls sehr viel Zucker. Das Argument der guten Portion Milch hält auch nicht lange, wenn man sich klar macht worin die Milch verpackt ist. Auch bei Schokolade findet man häufig Aromen und Konservierungsstoffe. Das eigentlich Wertvolle an Schokolade ist der enthaltene Kakao. Doch der Kakao-Anteil bei Kinderprodukten ist verschwindend gering. Kakao schmeckt ja eigentlich recht bitter und würde in höheren Anteilen bei den Kleinen wohl kaum ankommen.

3) Süße Getränke enthalten nicht nur viel Zucker, Aromen und chemische Zusätze, sondern löschen darüber hinaus keinesfalls Durst und sind wegen ihrer vielen leeren Kalorien wirklich nicht empfehlenswert.

4) Sogenannte Kinderprodukte aus dem Kühlregal werden zwar immer wieder bunt umworben, stehen aber auch zum Glück immer wieder in der Kritik vieler Konsumentenschutzvereinen. Diese Produkte sind keineswegs so gesund und empfehlenswert wie man es Eltern zu verkaufen versucht. Diese Spezialprodukte enhalten, wie alle anderen Süßigkeiten auch, viel Zucker. Dazu kommt der meist sehr hohe Fettanteil. Aromen, Konservierungsstoffe und Farbstoffe sind ebenfalls keine Seltenheit in diesen Produkten. Darüber hinaus kosten diese Spezialprodukte mehr als vergleichbare herkömmliche Ware.

5) Allgemein ist zu sagen: Süßigkeiten, süße Getränke und Kinderprodukte können Ihrem Kind erheblichen Schaden zufügen. Sie führen meist schnell zu Übergewicht, können durch den hohen Zuckeranteil zu Karies führen und verderben Ihrem Kind sein natürliches Geschmacksempfinden.

Soviel zum Thema “Süßigkeitenregal”.

Aber es hilft nicht viel die bösen Süßigkeiten zu verteufeln. Vielmehr sollte man sich Gedanken über gesunde, und vor allem für Kinder attraktive, Alternativen machen.

Am Besten dabei sind Sie, wenn Sie die oben beschriebenen Artikel erst gar nicht in die Ernährung Ihres Kindes einführen. Von den ersten Tagen der Beikost an, sollten Sie Ihrem Baby frisches Obst und Gemüse anbieten. Empfehlenswert für die ersten Geschmacksexperimente Ihres Kindes sind dabei Bananen und Äpfel, da sie gut vertragen werden und recht süß schmecken. Später können Sie Birnen, Melonen, entkernte und halbierte Trauben, entsteinte Kirschen und Erdbeeren einführen. Ab dem ersten Lebensjahr darf Ihr Kleinkind dann alle Obstsorten essen, die es mag und gut verträgt. Wenn Sie dies beherzigen und industriell hergestellt Süßware weitgehend vermeiden, dann werden Sie sehen wie sich Ihr Kind am natürlichen Geschmack nicht-verarbeiteter Lebensmittel erfreut und ihm die Süße von frischem Obst ausreicht.

Wenn Ihr Kind aber bereits ein kleiner Zucker-Liebhaber ist, dann wird die Sache schon etwas schwieriger. Aber auch dann ist nicht alles verloren. Mit einigen einfachen Tricks können Sie Ihrem Kind zeigen wie genussvoll natürliche Süße in Obst erfahren werden kann.

1) Starten Sie gleich mit! Seien Sie ein Vorbild für Ihr Kind. Die erste Art auf die wir im Leben etwas lernen, ist das Lernen am Modell. Ihr Kind schaut sich Ihr eigenes Ess- und Genussverhalten ganz genau ab. Verzichten Sie selbst auf Süßigkeiten und “entwöhnen” Sie sich erst einmal selbst von der beinahe übermächtigen Zuckerlust. Erst dann können Sie diesen Verzicht auch von Ihrem Kind verlangen.

2) Beginnen Sie mit Trockenobst. Getrocknete Aprikosen, Rosinen, Bananenchips und Apfelringe – die Produktpalette ist gewaltig. Diese Art Obst zu genießen ist ein guter Kompromiss. Trockenfrüchte schmecken süßer als frisches Obst – enthalten aber immer noch ihren natürlichen Zuckergehalt. Darüber hinaus enthalten getrocknete Früchte noch sehr viele ihrer ursprünglichen Vitamine und Mineralstoffe, sodass Sie Ihrem Kind keine leeren Kalorien geben. Aber achten Sie bitte auf den Vermerk “ungeschwefelt” auf der Verpackung.

3) Zeigen Sie Ihrem Kind wie aufregend die Welt der Früchte sein kann. Besuchen Sie gemeinsam einen Wochenmarkt, fahren Sie aufs Land und schauen Sie sich Obstplantagen an, gehen Sie selbst Erdbeeren pflücken und lassen Sie Ihr Kind so erfahren, wie Obst wächst und auf der Pflanze aussieht. Das weckt das Interesse an natürlichen Lebensmitteln und hilft Ihrem Kind sich mit dieser Art der “Lebensmittel” auseinander zu setzen.

4) Bereiten Sie gemeinsam was Süßes zu. Nichts ist leichter als das. Lassen Sie Ihr Kind Obstsalat schnippeln und in kleinen Schälchen der gesamten Familie servieren – natürlich ohne noch eine Portion Zucker unterzumischen. Rühren Sie gemeinsam Naturjoghurt mit Erdbeerstücken an und basteln Sie lustige Figuren und Gesichter. Zu diesen Anregungen findet sich eine vielfältige Literatur und ausgiebige Anleitungen im Internet.

5) Bieten Sie zu jeder Mahlzeit Frisches an. Bereits am Frühstücksteller sollten neben der Scheibe Brot ein paar Apfelschnitze liegen. Als Nachspeise nach dem Mittagessen kann man sich Obstsalat gönnen oder einfach eine süße Aprikose verspeisen. Am Nachmittag schmeckt ein Butterbrot mit Bananenscheiben exotisch und interessant.

6)Gute Alternativen zu Marmelade und Nuss-Nougat-Cremse sind Fruchtaufstriche ohne Zucker aus dem Reformhaus, Sanddornaufstrich und Hagebuttencreme – alles nur mit natürlichem Zuckeranteil erhältlich.

7) Als Getränk reicht frisches Wasser völlig aus. Sie können auch Mineralwasser mit wenig Kohlensäure anbieten. Dieses “Kitzelwasser” wird von Kindern gern mit viel Gelächter getrunken. Wenn es mal wirklich mit Geschmack sein muss, dann bereiten Sie Ihrem Kind Apfelschorle mit viel Wasser zu. Finger weg von Verdünnungssäften. Hier lauert wieder der Zucker-Teufel.

8) Zur Jause für Kindergarten, Schule und Wandertag lässt sich ein Apfel problemlos mitnehmen. Aber auch der selbstgemachte Obstsalat wird Ihrem Kind bestimmt neidvolle Blicke in der Pause einbringen und vielleicht die ungläubige Frage “Was? Das hast du wirklich selbst gemacht?”

Auf diese Art und Weise können Sie den Speisezettel Ihres Kindes um eine gesunde und auch schmackhafte Alternative erweitern und Ihm so einen guten Start in ein gesundes Leben ermöglichen. Und das Süßigkeitenregal darf dann ohne schlechtes Gewissen zu besonderen Gelegenheiten wie Geburtstag, Ostern und Weihnachten aufgesucht werden.

Gastautor: "Traube"

Beim Seitenaufruf war Donnerstag, der 24.08.2017
06:40:53 Uhr